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Kanada

Meine 1. Woche

Mittlerweile bin ich nun eine Woche hier und es ist viel passiert. Daher möchte ich kurz eine Zusammenfassung der letzten sieben Tage geben. Am Montag bin ich gut auf der Ranch angekommen und war verblüfft über die Gegend und die Ranch. Solche Weiten und solch ein Stille habe ich …überleg… noch nie gesehen.

Am Dienstag ging es auch gleich los. Ab ins Auto und erst einmal eine Stunde durch den Busch gefahren, um dort schließlich einen Zaun zu reparieren. Am Nachmittag sind wir in die „Stadt“ Merritt BC gefahren. Da habe ich mir ein paar Cowboystiefel und Sporen gekauft; ohne Stiefel darf man nämlich nicht auf das Pferd, weil dies zu gefährlich ist. Leider gab es noch keinen Cowboyhut für mich, da mein Kopf leider viel zu groß ist. Ich wurde auf das Wochenende verwiesen.

Die gibt es hier wie Sand am Meer.

Am Mittwoch war der spannende Augenblick: die Pferde wurden gesattelt und wir ritten los. Insgesamt legten wir in neun Stunden 42 km zurück und am Ende des Tages spürte ich genau, was ich tagsüber so getrieben hatte. Aber nach einem gemütlichen Bier in geselliger Cowboyrunde waren die Schmerzen schon wieder vergessen.

Bären habe ich noch nicht gesehen, aber dafür ist mir dieses Ungeheuer über den Weg gelaufen.

Am Donnerstag ging es gleich früh morgens weiter. Nach ca. 1 1/2 Stunden und mehrmaligen Verfahren (ohne Karte und GPS findet man sich nicht zurecht) hatten wir endlich die Stelle erreicht, an der ca. 4 km Zaun repariert und die Trails rechts und links des Zaunes von Bäumen befreit werden mussten. Das dauerte ungefähr acht Stunden von denen es ungefähr fünf Stunden geregnet hat. Dementsprechend sahen wir auch aus: Nass, nass und nochmal nass. Wieder zu Hause angekommen, fuhren wir nach einer schnellen Dusche ins Pub. Da musste ich mit Entsetzen feststellen, dass das Bier hier ziemlich teuer ist.

Die Beiden werden diese Woche ihre letzte Mahlzeit zu sich nehmen. Wir haben nämlich kein Fleisch mehr.

Am Freitag standen schon wieder Zäune bzw. die Gates auf dem Programm (das gehört hier zu den Hauptaufgaben). Die Arbeit war aber schnell erledigt und so war schon um 14 Uhr Feierabend.

Es ist unglaublich wie viele alte Autos und Tracks hier herumstehen

Am Samstag sind wir direkt nach dem Frühstück in die Stadt gefahren. Leider wurde meine Vorfreude auf meinen Hut ein weiteres mal getrübt. Der Verkäufer verwies mich auf die nächste Woche und versprach sich zu bemühen. So wie ich das verstanden habe, bekomme ich nun einen Hut von dem besten Hutmacher Kanadas – das kostet mich aber etwas. Jedoch es gibt kein Wenn und Aber, als Cowboy braucht man einen Hut.

Am Sonntag sind wir zu einen Freund auf eine andere Ranch fahren, was sehr spannend und sehr informativ war (ein Artikel darüber kommt noch). Generell war das Wochenende sehr erholsam. Viel Zeit für sich, vielleicht etwas zu viel angesichts der Tatsache, dass ich keinen Fernseher habe, den ich doch ein wenig vermisse. Aber so muß man sich halt andere Beschäftigungen suchen, z.B. das Schnitzen oder das Zeichnen.

Das Leben hier unterscheidet sich doch erheblich von dem, das ich so kenne. Die Arbeit ist viel härter – und ich kann eigentlich hart arbeiten – und nach der einen Woche schmerzt jeder Teil des Körpers; vor allem die Knöchel am Fuß vom vielen Laufen auf doch sehr unwegsamen Untergrund und meine Handgelenke vom Zäunereparieren. Und man lebt hier doch recht einsam. Nach der Arbeit verschwindet jeder in seinem Haus und wurschtelt vor sich hin. Einmal kurz zu einem Freund auf ein Bier fährt man hier auch nicht, da es bis in die Stadt ca. 30 km sind.

Mal sehen was die nächste Woche bringt. Es stehen auf jeden Fall neue Zäune auf dem Plan und am Montag werden neue Rinder kommen, die für sechs Wochen noch ein paar Kilo zulegen sollen. Die werden zunächst in Corals gehalten, von dort aus werden wir sie am Mittwoch auf die Weideflächen treiben (ich hoffe es dauert nicht neun Stunden).

Eine Antwort auf „Meine 1. Woche“

Das was ich sehe ist wirklich der Hammer. Du siehst mich hier voller Neid! Wer hätte gedacht, dass auf dem Pferd herum sitzen und von A nach B getragen werden solche Schmerzen verursachen kann. Aber was dich nicht tötet das macht dich noch viel, viel härter. Auf meinen Wanderungen habe ich erlebt, wie schwer es sein kann sich nur mit sich selbst zu beschäftigen. Nach einer gewissen Zeit hat man alle eher unwichtigen Gedanken zuende gedacht, also all das was z.B. die Medien einen einbläuen oder die Dinge mit denen sich das Umfeld beschäftigt. Ja und dann ist man eine Woche (oder länger) unterwegs und beschäftigt sich verdammt viel mit sich selbst. Auf jeden hat man viel mehr Zeit sich mit sich zu beschäftigen. Da wo du bist, musst du dich nicht viel auf rote Ampeln oder das Geschrei von irgend wem konzentrieren. Welche rote Ampel? Nachbaren? Hauptsache du siehst all das nicht negativ. Würde gerne mit dir tauschen, auch mit den Schmerzen. Schmerz ist mein Meister. Und nicht in die Stiefel pissen, hilft nicht!

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